Monthly Archives: November 2012

Die Boten einer neuen Zeit

Ich war nie ein Freund dieses übertriebenen Antiamerikanismus, genau wie ich nie ein Freund von Verschwörungstheorien war, aber langsam habe ich das Gefühl, man darf hier und da ruhig mal etwas hinter den Vorhang schauen.

Es ist zwar so, dass „unsere“ westliche Welt noch nie in so friedlichen Zeiten gelebt hat wie jetzt, doch auf wessen Kosten? Wo ist Krieg damit hier Frieden ist, wo wird gehungert damit hier gefressen wird?
Ich bin gerade bei meinem morgendlichen Info-Konsums-Streifzug durch die Medien zum Thema Ägypten auf folgenden Satz gestoßen: „Die Revolution in dem Land habe auch zum Ziel gehabt, dass künftig „die Macht nicht übermäßig in den Händen einer Person oder Institution konzentriert“ sein soll, hieß es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums.“

Freilich ist das jetzt in übersetzter Form, manche Aussage gibt die Presse ja nun auch nicht so wieder wie sie verstanden werden soll, aber für mich heisst das erst mal „SO haben WIR uns das aber nicht vorgestellt!“ und da frage ich mich wer die sog. Ziele der Revolutionen in den arabischen Staaten, die angeblich über soziale Netzwerke entfacht wurden und weil ein verzweifelter junger Mann in Libyen sich angezündet haben soll, weil man seinen Obststand demoliert hat, definiert haben soll.

Tahir Platz in Ägypten – Ort der Proteste

Jetzt frage ich mich ob es nicht reichlich ägyptische Intellektuelle gibt oder eine Opposition, welche sich zu den Zielen der Revolution ihres Landes äussern sollten, die Angelegenheit der USA ist diese Geschichte doch nicht und so bleibt eben wieder dieser faden Beigeschmack, dass die sog. Revolutionen eher Produkt psychologischer Kriegsführung der Vereinigten Staaten sind als ein Aufbegehren verzweifelter Bürger die die Schnauze voll haben.

Für mich sieht es so aus als wäre in diesen Ländern schlichtweg gezielt der Mob auf die Strasse gescheucht worden um jene Despoten abzulösen, die man vor Jahren noch installiert und anschliessend gehätschelt hat.
Denn soviel ist klar, jeder Despot wird irgendwann untragbar für westliche Interessen, der Größenwahn lässt solche Menschen sich eben „bulletproof“ fühlen und so schalten und walten sie dann eben irgendwann, funktionieren nicht mehr „wie man sich das vorgestellt hat“.

Libyen etwa war das Land mit dem höchsten Lebensstandard auf dem afrikanischen Kontinent, teils besser als in manchem europäischen Staat und wie sieht es in Libyen heute aus?

Laut der Seite des auswärtigen Amtes der Bundesrepublik so:

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Libyen. Die Lage im ganzen Land ist weiterhin unübersichtlich. Bewaffnete Auseinandersetzungen finden vereinzelt weiterhin statt und sind jederzeit möglich.

Auch nach den Wahlen vom 7. Juli 2012 hat sich die Sicherheitslage nicht verbessert.
In den vergangenen Monaten kam es zu verschiedenen Sicherheitsvorfällen, bei denen auch gezielt ausländische beziehungsweise internationale Einrichtungen oder Repräsentanten angegriffen wurden.
In jüngster Zeit konnte außerdem ein starker Anstieg aller Arten der Allgemeinkriminalität, vor allem in den großen Städten, festgestellt werden, von der zunehmend Ausländer betroffen sind. Es handelt sich in erster Linie um Wohnungseinbrüche, bewaffneten Raub und das sogenannte „car-jacking“, das vorwiegend auf hochwertige Fahrzeuge und Geländewagen/Sport Utility Vehicles (SUV) zielt.

Shoppen in Misrata – ein Traum

So, und nun darf man sich fragen wenn man in all diese Länder schaut in denen die sog. Revolution Einzug gehalten hat: Geht es den Menschen nun dort besser? Für mich sieht es eher so als als ginge es ihnen viel schlechter und selbst wenn unter Mubarak, Ghadafi usw. nicht sehr schöne Dinge geschehen sind, es waren nicht jeden Tag so viele Tote zu beklagen, die Infra-Struktur war intakt und verhungert ist auch niemand.

Wenn ich dann lese, dass in Deutschland im nächsten Jahr jeder vierte Betrieb Stellen abbauen will, nachdem man uns seit Monaten erzäht in was für einem Wirtschaftswunder wir hier leben, dann weiss ich wo mal eine Revolution fällig wäre, aber das ist sehr schwierig in einem Sozialstaat solange es für die Mehrheit nicht ans Eingemachte geht.

Und davon ab, man weiss ja nie ob man nun gerade in einem Wirtschaftswunder aufblüht oder in einer tiefen Krise steckt, alle Nase lang wird den Leuten ja nun mal was anderes erzählt und auch das stinkt irgendwie.
Wenn das so weiter geht haben wir dann irgendwann nur noch Protestwähler, was langfristig bedeuten würde führungslos zu sein und vielleicht ist es dann wieder Zeit für Leute wie seinerzeit dem eigenartigen Päderasten aus Österreich, der die Welt in tiefes Unglück stürzte.

Und immer weiter geht der Tanz auf dem Drahtseil: Ewiger Krieg für ewigen Frieden……….. Achja, die Israeli’s können mich auch mal kreuzweise: Freiheit für Palästina! Für Ägypten, Tibet usw. kurzum für ALLE…… welche eine Utopie…..

Der Winter ist da……

…….und mit ihm eben auch die Kälte und dieses graue Wetter. Grund genug sich auf den Flieger zu freuen, auch wenn es in Südafrika gerade brodelt wie in einem Kochtopf. Nach den Streiks rund um die Minen und dem Desaster in Marikana schwappt eine bisher nie dagewesene Streikwelle durch das Land, welche nun auch im Western Cape angekommen ist.
Dort sind es derzeit die Farmarbeiter und wie es leider für Afrika üblich ist reden wir hier nicht von friedlichen Streiks, sondern von brennenden Farmen und Weinbergen, ermordeten Farmern und einem Bild des Chaos.

Wenn es nun auch schon Städte wie das beschauliche Swelledam trifft, so muss man etwas bange sein, dass sich die Sache nun wirklich bis Kapstadt ausbreitet. Merkwürdigerweise bleiben diese Ereignisse in der europäischen Presse nahezu unbemerkt, dabei sollte uns schon interessieren was unser Handelspartner der Zukunft gerade so für Probleme hat. Hier ein Artikel zu dem ganzen und auch noch eine Bildergalerie. Die Polizei kann nur noch mit Tränengas und Gummigeschossen vorgehen. Es tut mir leid es zu sagen, aber gerade diese Angst schwang immer bei mir mit um dieses schöne Land. Es ist und bleibt Afrika – ein Pulverfass!

Ansonsten ist es grau in grau in Deutschland, mal sehen was das Wochenende bringt, aber ich würde das Ganze hier nun als Kino-Wetter einstufen und schaue gleich mal was die Programmkino’s der Umgebung so bringen.

Weltpolitisch, nunja, es kracht eben nach wie vor überall, Mr.Obama ist gottlob Präsident geblieben bzw. hat man so das kleinere Übel vor der Nase, Hauptsache es ist eben keiner wie Romney geworden, der geht ja dann nunmal gar nicht.
Auch schlimm was Israel gerade wieder für eine Show abzieht, diese region wird niemals zur Ruhe kommen und es gibt auch keine Ansätze für einen ewigen Frieden, ahja doch, ewigen Krieg 😉

Und bald in den Kino’s, ein Film auf den ich mich schon lange freue: Searching for Sugarman – die Geschichte des Musikers Rodriguez der in den Staaten floppte und in dann in der Versenkung verschwand und ohne es zu merken im fernen Südafrika ein Star wurde, um dessen Verschwinden sich die Fan’s im Apartheids-Staat die irrwitzigsten Geschichten rund um den angeblichen Tod des Musikers einfallen liessen.

Jaaaaaa, ich weiss, schon wieder Südafrika. In dem Fall könnte die Geschichte aber auch andere Leute interessieren, ein Kumpel aus Amerika konnte den Streifen jedenfalls empfehlen, so what?

So, das wars dann, ich glaube ich werde jetzt freitags einfach mal einen Wochenbericht raushauen 😉 In dem Sinne: Keep on rocking!
Achja, einen hab ich noch. Da ich Tom Tykwer-Filme mag, heute abend auf ARTE : Drei – muss nen guter Film sein, sehe ich mir an, es sei denn jemand erwärmt sich fürs Kino 🙂

Juchuuuuu – Tommy Jaud is back :-)

Nachdem ich mir bereits bei den Fremdschämgeschichten „Vollidiot“, „Millionär“, „Resturlaub“ und dem Namibia-Reisebericht „Hummeldumm“ herrlich den Arsch abgelacht habe legt Tommy Jaud nun den vielversprechenden Titel „Überman“ nach.

Mal wieder heisst der Protagonist Simon Peters, der Vollidiot unter den Vollidioten und wieder geht es um die unerträgliche leichtigkeit des Seins.

Schön an den Jaudromanen ist eben wie oft sich so mancher Styler selbst erkennt und wer noch über sich selbst lachenkann, der kann auch über Jaud lachen.

Ich habe mir das Buch direkt mal vorbestellt, es kommt am 14.Noveber auf den Markt und werde dann hier auch berichten wie es mir letzten Endes gefallen hat.

Und noch als Film-Tipp für die dunklen Tage, habe ich letztes Jahr um die Zeit in einem Hamburger Kino gesehen: Resturlaub! Schön bescheuert 🙂